Versteigerung der „Reste“ des Trump Casino-Imperiums

Schon längst wurde die hölzerne Strandpromenade von Tauben und Möwen in Beschlag genommen. Dort wo einst das große Glück die Menschen anlockte, buhlen nun düstere Tattoo-Studios, schmuddelige Souvenier-Shops und armselige Wurfbuden um die letzten Kunden. An der Tür des einstigen glamourösen und legendären Taj-Mahal-Casinos mit seiner Kitschfassade, die verrottet, steht ein Tür „Closed“. Das einst glitzernde Eldorado aller Glücksspieler, dass östlich von Las Vegas liegt, ist heute ein eher gespenstischer trostloser Ort.

Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo alles raus muss aus dem Taj Mahal, dem einst größten und schillerndsten aller Casinos, dass von seinem Eigentümer einst in typischer Bescheidenheit als „achtes Weltwunder“ bezeichnet wurde. Anfang Juli wurde damit begonnen, die Einrichtung der 1250 Zimmer, des Restaurants, des Fitnessstudios und der Spielsäle im Rahmen eines Räumungsverkaufs regelrecht verramscht. Bereits 2014 wurde für das Casino Konkurs angemeldet und im Oktober 2016 schloss das Taj Mahal seine Türen. Das hat den Bauherrn und dem langjährigen Eigentümer nicht geschadet, denn letzterer ist heute US-Präsident.

Der sagenhafte Aufstieg und der Niedergang

Nicht nur der sagenhafte Aufstieg des Casinos sowie der Niedergang des Protztempels an der Küste von New Jersey gibt viel Aufschluss über Donald Trump. Er brüstet sich als US-Präsident damit, Amerika wieder groß zu machen. Doch als Unternehmer ist Donald Trump vielfach gescheitert. Hochriskante Finanzwetten, gewagte Deals und fremde Gelder – das sind die Dinge, die dem Baulöwen dabei geholfen haben, das Luftschloss für angeblich eine Milliarde Dollar zu errichten und es 1990 mit viel Pomp und Tata einzuweihen.

Donald Trump schildert in seinem Buch „Die Kunst des Erfolges“ mit breiter Brust, wie er die Geschäftspartner mit vorgetäuschten Baufortschritten bei Laune hielt. Doch das Potemkinsche Dorf begann sehr schnell zu zerfallen, denn das Pracht-Mausoleum, das nach dem berühmten indischen Bauwerk Taj Mahal zum Millionengrab. Dennoch prahlte er, dass das Geld das er aus dem Casino herausgeholt habe, unglaublich war. Die Zeche wurde jedoch vielfach von den geprellten Kleinanlegern gezahlt.

Leere Parkplätze und rissige Betonfassaden

Wer heute einen Blick auf die Geisterstadt Atlantic City wirft, vorbei an den leeren Parkplätzen und den rissigen Bootsfassaden zweier weiterer ehemaliger Trump-Casinos wirft, der muss sehr genau hinschauen, um Spuren des prominenten Gründers zu finden. Die goldenen Namens-Schriftzüge wurden sorgsam überall abmontiert und nur in einer windigen Seitenstraße neben dem Taj-Mahal-Casino ist noch ein Schild zu finden: „Trump Human Ressources Office“ (Trump Personalbüro). Darüber eine Bilderserie die glückliche Angestellte zeigt.

Der Hedgefonds-Manager Carl Icahn allerdings lieferte sich erbitterte Kämpfe mit der Gewerkschaft, bevor von ihm der Betrieb im Oktober 2016 einstellte. Er übernahm das taumelnde Casino 2009 von seinem Freund Donald Trump.

Skurrilitäten werden verramscht

Zocker, die einen Sinn für Skurrilitäten haben, können sich seit Anfang diesen Monats mit Andenken eindecken, wie beispielsweise mit einer kompletten Einrichtung der Luxuszimmer mit extrabreitem Doppelbett, Nachttisch, Kommode, Marmortischen, Vorhängen und Pseudo-Barockstühlen. Das alles in dem typischen golden-cremigen Trump-Farbtönen für 299 USD. Werden noch 90 Dollar drauf gelegt, dann kann auch gleich der Flachbild-TV von der Wand abmontiert und eingepackt werden. Jedoch müssen Interessenten mit einem passenden Fahrzeug vorfahren, denn die Angebote gelten ausschließlich für „Selbstabholer“. Der Andrang hielt sich am ersten Tag noch in Grenzen, doch der Chef des Liquiditationsunternehmen National Content Liquidatior Donald Heyes erklärte, dass er sich sicher ist, dass in 60 Tagen alles ausverkauft ist.

Wer jedoch eine echte Attraktion ersteigern möchte, der darf nicht zu lange warten, denn bei dem schwarzen Yamaha Piano, dem handgestickten Blau-goldenen Wandteppich aus Birma und auch dem weißen Granit-Elefanten vor dem Eingang sind Einzelstücke. Die Slot-Maschinen wurde bereits vorab verkauft, aber Poker-Tische sind noch zu haben (550 $). Tiefer in die Tasche muss der Interessent für den berühmten Kristall-Kronleuchter greifen. Der Leuchter, der in der protzigen Eingangshalle über den marmorumfassten Rolltreppen hing, soll nach dem Geschmack des Bosses Donald Trump 35.000 US-Dollar kosten.

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